Am 10. März ab 22.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) Am 11. März 2021 jährt sich zum zehnten Mal eine der schlimmsten Nuklearkatastrophen der Geschichte: der Reaktorunfall von Fukushima. Das „WELTjournal“ – präsentiert von Patricia Pawlicki – zeigt dazu am Mittwoch, dem 10. März, um 22.30 Uhr in ORF 2 die Reportage „Fukushima – die endlose Katastrophe“. Im „WELTjournal +“ folgt um 23.05 Uhr die Dokumentation „Atom – 100 Jahre Lügen“.

WELTjournal: „Fukushima – die endlose Katastrophe“

Nach einem Beben der Stärke 9 auf der Richterskala, dem bisher stärksten Beben in der Geschichte Japans, traf am 11. März 2011 ein bis zu 20 Meter hoher Tsunami die Küste Nordostjapans, verwüstete ganze Landstriche, riss Dörfer weg und Menschen in den Tod. Im AKW Fukushima führte der Tsunami zu einem Stromausfall, zur dreifachen Kernschmelze und zum Super-GAU. Rund 20.000 Menschen starben durch Erdbeben und Tsunami, 200.000 wurden durch die Nuklearkatastrophe zu Flüchtlingen im eigenen Land. Zehn Jahre später ist das havarierte Atom-Kraftwerk alles andere als unter Kontrolle – auch wenn die japanische Regierung das gerne so präsentiert. Es wird weitere 30 Jahre dauern, bis alle sechs Reaktorblöcke sicher abgebaut sind. Bis auf wenige Kilometer vor dem havarierten Kraftwerk ist die Gegend mittlerweile für die Rückkehr freigegeben. Nur mehr eine Fläche in etwa von der Größe Wiens gilt als „Zone unter Evakuierungsbefehl“. Doch nur wenige Menschen sind bisher zurückgekehrt.

Im „WELTjournal“ hält Japan-Expertin Judith Brandner Nachschau, was aus den Betroffenen von damals geworden ist: Die Kindergärtnerin Sadako Monma musste ihren Steiner-Kindergarten in Fukushima aufgeben und lebt jetzt in Tokyo. Ihr Herz gehört aber nach wie vor den Kindern von Fukushima. Kenichi Abe hat sein Haus in Hirono im Tsunami verloren. Da es knapp außerhalb der 20-Kilometerzone vom Kraftwerk lag, hat er nur geringe Entschädigungszahlungen erhalten und den japanischen AKW-Betreiber Tepco geklagt. Der aus Fukushima stammende Maler Akira Tsuboi hält an seiner künstlerischen Kritik am Umgang von Regierung und Behörden mit der Katastrophe fest. Trotz internationaler Anerkennung ist er im eigenen Land mittlerweile ein Geächteter.

WELTjournal +: „Atom – 100 Jahre Lügen“

Nach dem Tsunami und dem Reaktorunfall in Fukushima im März 2011 wurde der amerikanische Flugzeugträger „USS Ronald Reagan“ von Korea zum Hilfseinsatz nach Japan beordert. Dabei fuhr das Schiff durch die radioaktive Wolke von Fukushima. Alle 5.000 US-Soldaten an Bord wurden verstrahlt. Dutzende sind später schwer erkrankt, die meisten an Krebs, mindestens sieben sind mittlerweile verstorben. Ebenso wie die Opfer von Fukushima werfen die strahlenkranken US-Soldaten dem japanischen AKW-Betreiber Tepco vor, Informationen über das Ausmaß der Gefahr zurückgehalten zu haben. Der Vorwurf, Risiken zu verschleiern und über Gefahren zu lügen, zieht sich durch die mehr als hundertjährige Geschichte der Erforschung und Nutzung radioaktiver Energie.

„WELTjournal +“ geht zu den Anfängen des Atomzeitalters zurück und stellt weitere Menschen vor, die Opfer militärischer und industrieller Geheimhaltung tödlicher Gefahren wurden: Fischer, die bei amerikanischen Atombomben-Tests im Bikini-Atoll verstrahlt wurden, Hiroshima-Überlebende oder die jungen Arbeiterinnen in den Radiumfabriken der 1920er Jahre, die mit radioaktiver Farbe Leuchtziffern auf Uhren malten und dabei die Pinsel mit dem Radium mit ihren Lippen befeuchten mussten. Die Dokumentation liefert eine umfassende historische Untersuchung von hundert Jahren Radioaktivität, erinnert an ihre Opfer – von den Eheleuten Curie bis Fukushima – und deckt die Lügen der Atomindustrie auf.

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