Edtstadler: Antisemitismus ist Gefahr für unsere Demokratie – Deklaration für mehr Wissensaustausch und Vereinheitlichung der Methodologie zur Erfassung antisemitischer Vorfälle

Wien (OTS) Vor dem Hintergrund der steigenden antisemitischen Vorfälle in Europa lud Bundesministerin Karoline Edtstadler Vertreterinnen und Vertreter aus 15 europäischen Mitgliedstaaten zur European Conference on Antisemitism. Ziel der heute und morgen stattfindenden Konferenz in Wien ist es, Vernetzung zu fördern, Wissen europaweit auszutauschen und ein klares Zeichen für den Kampf gegen Antisemitismus und für ein prosperierendes jüdisches Leben in Europa zu setzen.

„Antisemitismus ist nicht nur eine Gefahr für Jüdinnen und Juden, Antisemitismus ist eine Gefahr für jede und jeden und insbesondere für unsere Demokratie und unser friedliches Zusammenleben. Daher sind Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Antisemitismus so wichtig. Sie wirken präventiv zum Schutz unserer freien, demokratischen Gesellschaften“, so die Gastgeberin der Konferenz, Bundesministerin Karoline Edtstadler.

„Antisemitismus breitet sich aus, ob wir ihn erfassen oder nicht. Um ihn zu bekämpfen, muss Antisemitismus sichtbar gemacht werden. Die IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus bildet die richtige Grundlage, um antisemitische Haltungen zu definieren, die hinter Hassverbrechen oder antisemitischen Vorfällen stehen können, die vielleicht legal, aber dennoch schrecklich sind. Wir danken Österreich dafür, dass es die Initiative ergriffen hat und ermutigen andere Mitgliedstaaten, die Erfassung von Vorfällen EU-weit zu verbessern“, so die Koordinatorin der Europäischen Kommission für Antisemitismus, Katharina von Schnurbein.

„Wenn die EU ihre jüdische Bevölkerung im Stich lässt, dann hat sie selbst versagt. Es ist von größter Bedeutung, dass wir den Antisemitismus bekämpfen. Um dies wirksam zu tun, müssen wir uns der Ausmaße des Phänomens wirklich bewusst sein. Der derzeitige Stand der Datenerhebung zum Antisemitismus in den meisten Ländern ist jedoch so, dass wir noch immer nur unvollkommene Erkenntnisse über die Art und das Ausmaß des Antisemitismus in unseren Gesellschaften haben, obwohl er unsere jüdischen Gemeinden stark belastet. Wir brauchen solide Daten über antisemitische Vorfälle, damit die Täter zur Rechenschaft gezogen werden können und um sicherzustellen, dass die Menschen ein offenes jüdisches Leben führen können. Die Grundrechte-Agentur bleibt in ihrem Engagement zur Bekämpfung des Antisemitismus in all seinen Formen und Ausprägungen standhaft“, so der Direktor der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA), Michael O’Flaherty.

Die europaweite Vernetzung zur Bekämpfung von Antisemitismus in Europa ist von immenser Bedeutung. Ich freue mich daher ganz besonders auf den Austausch mit den heute hier versammelten Akteurinnen und Akteuren, um den Kampf gegen den Judenhass zusammen, grenzüberschreitend und auf Basis einer gemeinsamen Datengrundlage voranzutreiben“, so der Präsident der Israelitischen Religionsgesellschaft Oskar Deutsch.

Wiener Deklaration gegen Antisemitismus unterzeichnet

Vertreterinnen und Vertreter aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union, des World Jewish Congress (WJC), des European Jewish Congress (EJC), der Organisation A Jewish Contribution to an Inclusive Europe (CEJI), der Israelitischen Religionsgesellschaft (IRG), dem RIAS Berlin, der Europäischen Kommission, des Europarats, des ODHIR sowie der EU-Grundrechteagentur (FRA) unterzeichnen im Rahmen der Eröffnung der European Conference on Antisemitism eine gemeinsame Erklärung.

Inhalt dieser Erklärung ist eine bessere Vernetzung im gemeinsamen Kampf gegen Antisemitismus und die Förderung des jüdischen Lebens in Europa. Darüber hinaus einigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz auf eine Vereinheitlichung der Methodologie zur Erfassung von antisemitischen Vorfällen. Im Rahmen der in Wien stattfindenden Konferenz werden hier die ersten Schritte gesetzt. Die gesamte Deklaration finden Sie hier zum Download: Wiener Deklaration gegen Antisemitismus (englisch) (PDF, 1 MB)

„Der Kampf gegen Antisemitismus ist ein Marathon und kein Sprint. Die European Conference on Antisemitism ist der Auftakt einer ab nun jährlich stattfindenden Konferenz, welche die Vernetzung fördern, unsere Kräfte bündeln und für maximale Effizienz im Kampf gegen Antisemitismus sorgen soll“, so Bundesministerin Karoline Edtstadler.

Fotos der Konferenz finden Sie unter: https://fotoservice.bundeskanzleramt.at/

Rückfragen & Kontakt:

Maximilian Gnesda
Pressesprecher der Bundesministerin
+43 1 53 115 –
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