Produktionsausfälle und Kostensteigerungen befürchtet – umfassende betriebliche Sicherheitsmaßnahmen und regelmäßiges Testen machen Produktion schon jetzt sicher

Wien (OTS) Die geplante Ausdehnung der FFP2-Maskenpflicht auf alle Innenräume stößt auf scharfe Kritik der Wiener Industrie. „Das wäre eine riesige Hürde für alle Produktionsbetriebe und schlicht nicht praktikabel“, sagt Stefan Ehrlich-Adàm, Obmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Wien. Denn mit der FFP2-Maskenpflicht würden überzogene verlängerte Pausenintervalle Hand in Hand gehen – was bedeutet, dass der Produktionsprozess stetig unterbrochen werden muss und sich somit das Produktionsniveau und die Produktivität drastisch verschlechtern. „Völlig unrealistisch, dass die Betriebe – die derzeit ohnehin unter verschärftem Kostendruck stehen – das kurzfristig umsetzen können. Das Produktionsniveau würde einbrechen, die Kosten hochschnellen“, warnt Ehrlich-Adàm.

Alstom rechnet mit Kosten von mindestens 60.000 Euro täglich

„Wenn die FFP2-Maskenpflicht in allen Innenräumen tatsächlich kommt, dann verursacht uns das auf Grund der Tragepausen Kosten von mindestens 60.000 Euro pro Tag – und das ist nur die berechnete Arbeitszeit, die verlorengeht“, sagt Christian Diewald, Geschäftsführer von Alstom Österreich (vormals Bombardier Transportation Austria GmbH). Und das sei noch das „best case szenario“, denn: „Die Verluste aus Projektverzögerungen und Pönalezahlungen sind da noch gar nicht mit eingerechnet.“ Alstrom fertigt in der Donaustadt mit rund 700 Mitarbeitern Straßenbahngarnituren für die ganze Welt. „Wir sehen auch die Notwendigkeit für diesen Schritt nicht“, so Diewald weiter. „Wir haben riesige Hallen am Standort, auch die Produktionsabläufe lassen es zu, dass die Mitarbeiter mehr als ausreichend Abstand halten können, um ein gesundes Miteinander gewährleisten zu können.“ Regelmäßige Testungen im Rahmen des Projekts „Alles gurgelt“ tun ihr Übriges zur Sicherheit vor Ansteckungen.

Verschärfungen dort, wo es sinnvoll ist und Wirkung zeigt

„Unsere Produktionsbetriebe sind nicht die Hotspots der Ansteckung“, betont auch Ehrlich-Adàm. „Alle Wiener Industriebetriebe haben in den letzten Monaten viel in Präventions- und Sicherheitskonzepte investiert und Maßnahmen umgesetzt, die auch greifen und funktionieren. In vielen Betrieben sind regelmäßige Tests, das Tragen von Mund-Nasenschutz und die Empfehlung, beim Verlassen des Arbeitsplatzes FFP2-Masken zu tragen, Standard.“

Wegen der Entwicklung der Pandemie sei die Verschärfung der Maßnahmen zwar grundsätzlich verständlich. Trotzdem dürfe dabei die Realität nicht aus den Augen verloren werden. „Dort ansetzen, wo die Infektionen passieren und nicht unzumutbare Verschärfungen für die produzierende Wirtschaft beschließen, die am Kern des Problems vorbeigehen. Und Masken dort, wo es sinnvoll und umsetzbar ist“, so der Vertreter der Wiener Industrie.

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