Wien (OTS/SPW) Vom 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, setzen die „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ ein starkes Zeichen gegen die weltweite Gewalt an Frauen und Mädchen. Ziel ist es, Gewalt, die vielfach im Verborgenen stattfindet, in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken.

Schätzungen zufolge ist jede fünfte Frau mindestens ein Mal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Allein im Jahr 2019 waren 83 Prozent aller Gewaltopfer Frauen und Mädchen. Gewalt hat dabei viele Formen und reicht von physischen bis hin zu psychischen Übergriffen. Das Thema Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Thema, das weder vor Bildungsgrad, noch Alter, noch vor Kulturzugehörigkeit Halt macht. Die Corona-Krise hat diese Situation noch weiter verschärft: Die Sorge um den eigenen Job, Arbeitslosigkeit und das ständige Zusammensein von Familien auf engstem Raum lassen Gefühle zusätzlich hochkochen. All dies bietet der Gewaltausübung an Frauen und Mädchen weiteren Nährboden.

„Gewalt an Frauen und Mädchen ist auch nach wie vor ein Tabuthema in unserer Gesellschaft“, verdeutlicht die Wiener SPÖ-Frauenvorsitzende Marina Hanke die Situation. „Gewalt ist im überwiegenden Teil der Fälle nicht öffentlich und findet hinter verschlossenen Türen statt. Neben offiziellen Zahlen zu Gewaltopfern existiert, und das muss uns allen bewusst sein, eine hohe Dunkelziffer nicht erfasster Fälle“, so Marina Hanke. „Jeder einzelne dieser Fälle ist einer zu viel. Keine Frau soll in ihrem Umfeld Gewalt erfahren müssen. Unser Ziel ist es, zu informieren und von Gewalt betroffene Frauen mit einem breiten Unterstützungsangebot zu erreichen und ihnen vor allem eines zu sagen: dass sie nicht alleine sind und dass es immer einen Ausweg gibt“, führt die Wiener SPÖ-Frauenvorsitzende weiter aus.

Für die betroffenen Frauen ist es vielfach nicht einfach, sich aus einer Gewaltbeziehung zu befreien. Zu groß sind oft die Ängste vor möglichen Konsequenzen, wie das Sorgerecht für die Kinder zu verlieren oder die finanzielle Abhängigkeit vom Partner. Mit einem dichten Gewaltschutznetz bietet Wien betroffenen Frauen und Mädchen schnelle und unbürokratische Hilfe. Die Wiener Frauenhäuser und der 24-Stunden-Frauennotruf kümmern sich um von Gewalt betroffene Frauen und begleiten sie auf dem Weg in ein Leben frei von Gewalt.

Auch in der neuen Legislaturperiode setzt die Wiener Stadtregierung zahlreiche Schritte, um den Gewaltschutz in Wien noch engmaschiger zu machen. „Gewalt gegen Frauen hat in Wien keinen Platz“, hält Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál ganz klar fest.

„Es ist wichtig, dass Frauen in Gewalt- und Notsituationen rasch und unbürokratisch Unterstützung bekommen. Der 24-Stunden Frauennotruf und die Wiener Frauenhäuser sind rund um die Uhr für betroffene Frauen da“, unterstreicht Kathrin Gaál. „Die Stadt Wien baut bis 2022 ein fünftes Frauenhaus mit 50 zusätzlichen Plätzen für Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind. Außerdem sind kostenlose Tests auf die Verabreichung von K.O.-Tropfen in Planung. Neu geplant ist ein mobiles Forensik-Team, das in Zukunft in Spitälern im Einsatz sein und Spuren sichern soll“, so die Frauenstadträtin über die geplanten Maßnahmen.

Ebenso setzt die Stadt Wien auch auf Gewaltprävention, das heißt, Gewaltausübung an Frauen und Mädchen bereits im Vorfeld entgegenzusteuern und sie so zu verhindern. „Wir wissen, dass 90 Prozent der GefährderInnen männlich sind“, hält Marina Hanke dazu fest. Buben- und Männerarbeit bildet daher einen wichtigen Pfeiler im Bereich der Gewaltprävention.“ Mit eigenen Programmen speziell für Buben sowie gendergerechter Erziehung an Wiens Kindergärten begleitet die Stadt Wien die Entwicklung von Buben hin zu selbstverantwortlichen jungen Männern. Darüber hinaus bieten die Wiener Männerberatungsstellen Männern Raum und unterstützen bei der Lösung von Problemen. Die Vermittlung von Werten im gegenseitigen Umgang fördert zudem ein respektvolles Miteinander zwischen den Geschlechtern innerhalb unserer Gesellschaft.

„Jeder und jede von uns kann von Gewalt betroffenen Frauen helfen“, appelliert Marina Hanke abschließend. „Bei Verdacht auf Gewaltausübung ist es empfehlenswert, sich beim Wiener 24-Stunden-Frauennotruf unter 01 71 71 9 über Möglichkeiten zur Hilfestellung zu informieren oder im Akutfall die Polizei zu informieren. Denn: je mehr Unterstützung es für betroffene Frauen gibt, umso leichter wird es, sich aus Gewaltbeziehungen zu befreien“, setzt die Wiener SPÖ-Frauenvorsitzende auf gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Im Rahmen eines Online-Talks diskutieren am Freitag, 27. November 2020 um 18.00 Uhr Irma Lechner (Wiener Frauenhäuser), Dr.in Marion Gebhart (Leiterin Frauenservice der Stadt Wien) und Alexander Haydn, BSC (Coach und Vorstandsmitglied der Männerberatung Wien) zum Thema „Die Spirale der Gewalt durchbrechen“. Link zum Talk: 16 Tage gegen Gewalt an Frauen: Wie kann Gewaltprävention konkret aussehen? (facebook.com)

Notrufnummern bei Gewalt:

24-Stunden-Frauennotruf 01 71 71 9

Notruf Wiener Frauenhäuser 05 77 22

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ Wien Kommunikation
Tel.: 01/534 27 221
http://www.spoe.wien

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