Der Weltbienentag am 20. Mai soll auf den Bienenschutz aufmerksam machen

Wien (OTS) Wildbienen sind ein wichtiger Bestandteil der Biodiversität, denn sie leisten unersetzbare Bestäubungsarbeit, auch an unseren Kulturpflanzen. Insgesamt 456 Wildbienenarten konnten in einer Studie im Auftrag der Stadt Wien – Umweltschutz im Jahr 2015 in Wien nachgewiesen werden. „Das ist sehr beachtlich für eine Großstadt“, freut sich Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. „Wir setzen in Wien auch gezielt Maßnahmen, um die Bienenvielfalt zu erhalten!“

Anlässlich des Geburtstages des Imkerei-Pioniers Anton Janša am 20.Mai, wurde von den Vereinten Nationen im Jahr 2018 offiziell der erste Weltbienentag ausgerufen. Bienen sind seit jeher mit der Gewinnung von Honig verbunden. Die domestizierten Honigbienen, von denen in Europa üblicher Weise nur eine Art gehalten wird, sind somit auch die bekannteste Bienenart.

Mehr zur den Wiener Wildbienen unter https://bit.ly/2SaakKr

Wildbienenförderung leichtgemacht

Um die Wildbienenvielfalt zu erhalten und zu fördern, werden im Rahmen des Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramms Netzwerk Natur diverse Projekte umgesetzt. Dazu zählt z.B. die Anlage von insektenfreundlichen Wiesen mit heimischen Kräutern und Blühpflanzen. Solche Projekte finden sich zunehmend in Parks, Arealen von Krankenhäusern, Schulen oder Wohnanlagen.

Darüber hinaus sind blütenreiche Wiesen im Wiener Grüngürtel wahre Bienenweiden. Im Gegensatz zu artenarmen, meist kurz gehaltenen Rasenflächen, haben sie für Biene, Falter, Käfer, Heuschrecken und zahlreiche andere Insekten und Kleintiere viel zu bieten. Sie bieten Lebensraum, Nahrungsangebot, Versteckmöglichkeiten und sichern so den Fortbestand der Artenvielfalt.

Wer im eigenen Garten etwas für Wildbienen tun möchte, kann dies leicht, indem man einfach in einer „wilden Ecke“ Pflanzen wie Klee oder Natternkopf gedeihen lässt. Auf Mähroboter sollte verzichtet werden, da sie die Blüte der Pflanzen verhindern und eine Gefahr für Insekten und andere Kleinlebewesen darstellen. Auch Pestizide machen oft nicht nur den unerwünschten Insekten den Garaus, sondern ebenso den nützlichen. Für zahlreiche Schädlingsbekämpfungsmittel gibt es insektenfreundliche Alternativen zum Selbermachen oder fertig im Handel.

Obstgehölze wie Kirschen oder Kriecherln werden im Frühling zur summenden Blütenpracht – was wiederum für eine gesicherte Ernte sorgt. Heimische Kräuter am Balkonkisterl sind ebenfalls eine doppelte Freude, sie würzen unsere Speisen und die hübschen Blüten von Schnittlauch, Thymian oder Lavendel erfreuen die Bienen.

Aus dem Leben der Wildbienen

So unterschiedlich die Namen der Wildbienen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Lebensweisen und ihr Erscheinungsbild. Wildbienen gibt es in allen möglichen Formen, Größen und Farben. Zu den bekanntesten in Wien vorkommenden Wildbienen zählen Ackerhummel, Rostrote und Blaue Mauerbiene oder auch Schmal- und Wollbiene. Insgesamt sind Wildbienen friedfertige Tiere, die nur in Bedrängnis stechen.

Bienen sind Hautflügler und haben eine Wespentaille, obwohl sie reichlich Pollen und Nektar verspeisen. Viele leben als Solitärbienen, also nicht in einem Schwarm. Einige teilen sich ein Nest und versorgen den Nachwuchs gemeinsam. Für die Eiablage werden diverse Gegebenheiten ausgenutzt: hohle Stängel, Erdlöcher, eingerollte Blätter oder Totholz bieten sich hier an. Alternativ werden von einigen Arten, etwa der Gehörnten Mauerbiene, auch gerne Insektenhotels angenommen, wenn ausreichend Nahrungsquellen in der Nähe sind.

Von den zahlreichen Wildbienenarten haben manche einen frühen Start ins Jahr und sind damit schon vor den Honigbienen zum Nektarsammeln und Bestäuben unterwegs. Vor allem Hummeln umschwirren die ersten Blüten auch schon bei kühleren Temperaturen. Andere Wildbienen sind etwas später dran und finden dann schon mehr Konkurrenz um Pollen und Nektar vor. Die Imkerei ist in Mode gekommen und die Anzahl der Honigbienen-Völker in Wien hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Damit die Wildbienen im Wettstreit um die Nahrungspflanzen nicht unterliegen, brauchen sie jedes blütenreiche Fleckchen, das zur Verfügung steht. Im Handel werden auch bereits vermehrt Bienenblumensamen-Mischungen angeboten, so wird die Unterstützung der summenden Stadtbewohnerinnen einfacher gemacht. Die Aussaat funktioniert auch in Blumenkisterln und sorgt für freundlichen summenden Besuch.

10 Fakten über Wildbienen:

1. Wildbienen werden meist nur 8 bis 10 Wochen alt, leisten in dieser kurzen Zeit dennoch einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der botanischen Vielfalt.

2. Je nach Wildbiene werden die Tiere wenige mg bis 1,2 g schwer

3. die kleinste Wildbiene in Österreich ist die Sandsteppenbiene mit 4 mm Körperlänge, die größte heimische Wildbiene ist die blaue Holzbiene. Sie erreicht eine Körperlänge von bis zu 28 mm

4. 30% aller nestbauenden Wildbienen sind auf ganz bestimmte Pollenarten angewiesen, um ihren Nachwuchs zu füttern.

5. Die meisten Wildbienenarten leben solitär, also alleine und nicht in Bienenvölkern.

6. Auch unter Wildbienen gibt es „Kuckucksbienen“, diese legen ihre Larven in fremde Bienennester und lassen ihren Nachwuchs „fremdaufziehen“.

7. Fast 50% der Wildbienen nisten unter der Erde, in selbst gegrabenen Gängen oder in Höhlen anderer Insekten

8. Weltweit sind über 30.0000 Wildbienenarten bekannt.

9. Wildbienen stechen selten, sie flüchten lieber. Manchmal nutzen Sandbienen im Frühling Sandkisten zur Aufzucht ihrer Jungen. Es besteht keine Gefahr für spielende Kinder, ist aber bienenfreundlich, die wenigen Wochen der „Bienenherrschaft“ lieber dem Beobachten als dem Sandkuchenbacken zu widmen.

10. Wildbienen produzieren zwar keinen Honig, sind aber dennoch genauso fleißig wie Honigbienen. Einzelne Arten bestäuben bis zu 5.000 Pflanzen pro Tag!

Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter www.wien.gv.at/pressebilder/ abrufbar.

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