Wien (OTS) Heute vor 76 Jahren brachen über 500 sowjetische Häftlinge aus dem KZ Mauthausen aus und wurden auf die unmenschlichste und unwürdigste Art gejagt und getötet – bekannt als die „Mühlviertler Menschenhatz“. An diesem Tag hat eine Familie besonderen Mut erwiesen und zwei Häftlinge versteckt und ihr Leben gerettet. Dieser Tag wäre für viele anders ausgegangen, wenn mehr Menschen den Mut der Familie Langthaler bewiesen hätten. Die tragischen Ereignisse von diesem Tag nimmt das Mauthausen Komitee Österreich zum Anlass, um auf das Thema Zivilcourage und ihre dazu angebotenen Trainings aufmerksam zu machen. Besonders bei der Jugend ist das Thema in Zeiten von Cyber-Mobbing und Online-Rassismus besonders wichtig, deshalb gibt es seit kurzem das Projekt Zivil.Courage.Online, gefördert vom Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 Arbeiterkammer Wien.

Bereits seit 2010 bietet das Mauthausen Komitee Österreich Zivilcourage-Trainings für Jugendliche an. Hier wird auf die diversen Handlungsmöglichkeiten in bestimmten Situationen eingegangen. Den SchülerInnen werden somit neue Möglichkeiten aufgezeigt und ihre Selbstsicherheit gestärkt. Seit neuestem wurden diese Services auf den Online-Bereich erweitert.

Cyber-Mobbing und Rassismus im Netz – Zivil.Courage.Online
Die Familie Langthaler hat durch ihr Handeln und ihren Mut in schwierigen Zeiten bewiesen, dass Zivilcourage Leben retten kann.

Was hätten wir denn anderes tun sollen, sagte Maria Langthaler. ZeitzeugInnen und Überlebende haben uns immer wieder mitgegeben, wie wichtig Zivilcourage ist. Wir haben Zivilcourage als einen Schwerpunkt unserer Aktivitäten gesetzt, um repressiven Systemen rechtzeitig entgegenzutreten“, so Willi Mernyi, MKÖ-Vorsitzender.

Im Jahr 2021 schaut Zivilcourage etwas anders aus, zahlreiche Vorfälle finden auf Online-Plattformen statt. Die Trainings von Zivil.Courage.Online finden nicht online statt, sondern vermitteln das Wissen, wie man am besten mit virtuellen Herausforderungen und Situationen umgeht und hier Zivilcourage zeigen kann. Auf das neue Angebot des Mauthausen Komitee Österreich wird nun mittels eines aufwühlenden Videos aufmerksam gemacht.

Christa Bauer, Geschäftsführerin des Mauthausen Komitee Österreich: „Mehr als 70 Prozent der Meldungen rechtsextremer Aktivitäten, die bei unserer Meldestelle eintreffen, finden im Internet statt. Durch die Anonymität des Netzes fühlen sich viele Täter sicher. Es ist für Jugendliche besonders wichtig zu lernen, wie man in diesen Situationen handelt. Auch Cyber-Mobbing, das Erkennen von Fake News und Verschwörungstheorien ist ein Teil der Zivilcourage-Trainings, die wir für Jugendliche anbieten. Indem wir unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, können wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stärken und ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie sie reagieren können.“

Online Trainings mit internationalen Experten entwickelt
In den Trainings erlernen die Jugendlichen, wie man mit Angriffen, Ohnmacht, Aggression und Angst umgehen kann. Es wird erarbeitet, was man in diskriminierenden Situationen tun kann bzw. wo die eigenen Grenzen liegen. Gemeinsam werden Handlungskompetenzen erarbeitet.

Die zentralen Ziele der Trainings sind

  • Sensibilisierung für demokratische Wert
  • Förderung von sozialen Fähigkeiten
  • Stärkung der Selbstwirksamkeit
  • Vertiefung persönlicher Verantwortung
  • Schulung der Selbstsicherheit

    Die 30 Zivilcourage-TrainerInnen des Mauthausen Komitee Österreich wurden von den Zivilcourage-ExpertInnen Prof. Dr. Margarete Boos, Dipl.-Psych. Ezequiel Fernandes Castelao und Dipl.Soz.w. Malte Schütt ausgebildet. Das Projekt Zivil.Courage.Online, das vom Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 Arbeiterkammer Wien gefördert wird, wurde mit der Unterstützung der heimischen Journalistin und Digital-Expertin Ingrid Brodnig erstellt.

    Ab Herbst 2021 soll es auch eine App geben, in denen Jugendliche spielerisch und interaktiv das Thema Zivilcourage erfassen können.

    Anmeldungen zu den kostenlosen Zivilcourage-Trainings sind auf der Webseite www.zivilcourageonline.at möglich.

    Pressebild steht hier zum Download zur Verfügung.

    Über das Mauthausen Komitee Österreich:
    Die Überlebenden des KZ-Mauthausen übergaben im Jahr 2000 dem Mauthausen Komitee Österreich offiziell ihr Vermächtnis. Dieses Vermächtnis der KZ-Überlebenden bildet die Grundlage der Aktivitäten des MKÖ. Neben der Gedenkarbeit für die Opfer der Verbrechen des NS-Regimes, insbesondere jene, die im KZ-Mauthausen und in den Außenlagern gefangen gehalten wurden, sind Aktivitäten gegen Rechtsextremismus sowie die engagierte anti-faschistische und anti-rassistische Arbeit vor allem mit jungen Menschen weitere wichtige Schwerpunkte. In den vergangenen Jahren führte das MKÖ mit mehr als 100.000 Jugendlichen Zivilcourage-Trainings, Begleitungen durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie an Orten ehemaliger Außenlager, die Vor- und Nachbereitung der KZ-Gedenkstättenbesuche, Anti-Rassismus-Workshops wie den Workshop “Wir sind alle” sowie die neuen thematischen Rundgänge “denk mal wien” sowie diverse anlass- und themenbezogene Jugendprojekte durch.

Rückfragen & Kontakt:

Mauthausen Komitee Österreich
Christa Bauer, Geschäftsführerin
Mobil: 0650 2117085
Tel.: 01-212 83 33
E-Mail: info@mkoe.at
Web: www.zivilcourageonline.at oder www.mkoe.at/presse



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