ORF-2-Premiere für ORF-kofinanzierte Romanverfilmung am 25. April

Wien (OTS) Eine Familie. Eine Affäre. Eine junge Frau stirbt. Und die mitschuldige Ehefrau wird gnadenlose Chronistin ihres Untergangs. Mit „Wir töten Stella“ – zu sehen als ORF-2-Premiere am Sonntag, dem 25. April, um 23.05 Uhr – verfilmte Regisseur und Drehbuchautor Julian Roman Pölsler erneut einen Stoff der österreichischen Schriftstellerin Marlen Haushofer. Mit Martina Gedeck als Gefangener im goldenen Käfig spannt er elegant einen Bogen zu „Die Wand“ und erzählt von einem Machtsystem, das seine Unterdrückten als duldende Erhalter braucht. Mala Emde gibt die stille und zurückgenommene Stella, Matthias Brandt spielt, jovial und furchteinflößend zugleich, den männlichen Widerpart der zwei Frauen. Gedreht wurde das Drama 2016 in Wien, Nieder- und Oberösterreich sowie in der Steiermark.

Julian Roman Pölsler: „Diese inneren Kämpfe der Protagonistin visuell erlebbar machen“

Regisseur und Drehbuchautor Julian Roman Pölsler über die Verfilmung von „Wir töten Stella“: „Während meiner langjährigen Arbeit an ‚Die Wand‘ hatte ich auch immer die beiden anderen Haushofer-Romane ‚Wir töten Stella‘ und ‚Die Mansarde‘ im Hinterkopf. Diese drei Werke sind stilistisch und thematisch sehr ähnlich. Alle drei Geschichten werden von einer Erzählerin aus der Ich-Perspektive aufgerollt. Wie auch bei ‚Die Wand‘ habe ich für ‚Wir toten Stella‘ den Off-Text unverändert aus der Buchvorlage übernommen, ich habe ihn aus dramaturgischen Gründen nur gekürzt. Die Treue gegenüber der Autorin ist für mich sehr wichtig.“ Und weiter: „Ich hatte großes Glück, dass Martina Gedeck nach ‚Die Wand‘ auch für ‚Wir töten Stella‘ für die Hauptrolle gewonnen werden konnte, denn es war mir sehr wichtig, dass sie eine Verbindung zwischen den beiden Filmen ist. Mit ihr ist die inhaltliche und visuelle Verbindung auf den ersten Blick erkennbar.“

„Für mich als Filmemacher ist es interessant, diese inneren Kämpfe der Protagonistin visuell erlebbar zu machen. Diese Gespaltenheit, Zerrissenheit und auch die Suche nach Wahrheit“, so Julian Roman Pölsler über das Besondere an dieser Arbeit. „Die filmische Umsetzung von ‚Wir töten Stella‘ hat sich durchaus als schwierig erwiesen, weil sich sehr viel im Inneren der Protagonistin abspielt. In meiner Interpretation geht es nicht so sehr um äußere Vorgänge, sondern darum, nach innen zu blicken und zu schauen, wo die Widersprüche und vor allem die Wände dieser Person sind. Die Wände, gegen die diese Frau, die die Geschichte erzählt, stößt. Anna, im Film gespielt von Martina Gedeck, versucht verzweifelt auszubrechen und immer wieder steht sie vor Wänden, durch die sie nicht hindurch kann. Die Wand steht für mich für vieles. Doch das wichtigste ist mir beim Filmemachen nicht die eine Interpretation vorzugeben, sondern jeden einzelnen Zuschauer dazu zu bringen, diese Wand für sich selbst zu erkennen.“

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Stella (Mala Emde), unerfahren und jung, geht ahnungslos ihrem Untergang entgegen. Richard (Matthias Brandt) verführt sie, seine Frau Anna (Martina Gedeck) beobachtet die Affäre mit kühlem Blick. Stella wird das Opfer einer kaputten, bürgerlichen Familienidylle, die mit allen Mitteln aufrechterhalten werden muss. Annas Niederschrift der eigenen Mitschuld ist die beklemmende Bestandsaufnahme einer einsamen Heldin, Ehefrau und Mutter.

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