Lehranfangszahlen liegen noch immer um 8,8 Prozent unter dem Vorjahr. „Darum plädieren wir für eine Verlängerung des nun auslaufenden Lehrlingsbonus“, so WK Stmk Präsident Josef Herk.

Graz (OTS) Der Corona-Lockdown ließ die Lehranfangszahlen heuer zwischenzeitlich um über 20 Prozent einbrechen. Ein Minus, das zu einem großen Teil wieder aufgeholt werden konnte – aktuell beträgt es in der Steiermark 8,8 Prozent. „Unser Ziel ist es, dieses Minus bis Jahresende möglichst nah der Null zu bekommen. Ein Qualifizierungsshutdown muss unter allen Umständen vermieden werden, denn es wird der Tag nach Corona kommen“, betont WKO Steiermark Präsident Josef Herk. Und dafür brauche es Fachkräfte. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts für Wirtschaft- und Standortentwicklung schätzen 74 Prozent der steirischen Betriebe den Fachkräftebedarf in den kommenden drei Jahren als sehr hoch oder zumindest hoch ein. In Krisenzeiten sind der Zeitaufwand und die Kosten der Ausbildung aber speziell für kleinere Betriebe schwer zu stemmen. Darum seien Unterstützungsmaßnahmen wie der Lehrlingsbonus auch besonders wichtig. Allerdings sieht die derzeit gültige Richtlinie eine Förderung für Lehranfänger nur für den Zeitraum von 16. März bis 31. Oktober 2020 vor. Die Wirtschaftskammer Steiermark sieht hier – wie auch die Wirtschaftskammer Österreich – ein Potenzial an bisher unentschlossenen Betrieben, die noch zur Aufnahme von Lehrlingen motiviert werden könnten. „Eine Verlängerung des Lehrlingsbonus für die Aufnahme von Lehrlingen bis 31. Dezember 2020 wäre dringend geboten“, so Herk. Darum habe die WKO Steiermark auch die Informationsoffensive #SteirischAusbilden (www.wko.at/steirischausbilden) gestartet.

Warum gibt es aktuell noch Potenzial? Üblicherweise ist die reguläre Aufnahme von Lehrlingen mit Ende Oktober abgeschlossen. Im Zusammenhang mit der Corona-Krise haben sich aber viele Betriebe zurückhaltend verhalten: Sie warteten ab, wie sich die Situation für sie entwickelt. So war bis vor kurzem beispielsweise noch unklar, ob Lehrlinge ab Oktober 2020 noch in Kurzarbeit geschickt werden können. Hier gibt es jetzt Klarheit und Rechtssicherheit, womit ein Unsicherheitsfaktor weggefallen ist. Auch das Geld wäre bereits budgetiert. Auf Basis der rund 9.500 bisher gestellten Anträge wären im Covid-19-Krisenbewältigungsfonds noch ausreichende Budgetmittel für eine Verlängerung bis Jahresende verfügbar. „Der Lehrlingsbonus hat viel dazu beigetragen, den Lehrstellenmarkt und die Ausbildungssituation zu stabilisieren. Es wäre sehr schade, wenn nun aufgrund einer zu kurz gesetzten Frist eine Aufnahme weiterer Lehrlinge verhindert und somit jungen Menschen berufliche Chancen verbaut würden. Denn die Erfahrungen aus der Corona-Krise zeigen einmal mehr, dass eine Lehre die beste Basis für eine erfolgreiche Zukunft ist“, so Herk abschließend.

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