Simon Wiesenthal Lecture von Larry WOLF, Professor für Europäische Geschichte an der New York University.

Wien (OTS) Der Vortrag befasst sich mit den Komplikationen, die sich für die Neuaufteilung Osteuropas aus Wilsons Formulierung des Prinzips für die nationale Selbstbestimmung ergaben. Wilson, der nie nach Osteuropa reiste und sich vor 1917 kaum Gedanken über diese Region machte, informierte sich im Vorfeld der Friedenskonferenz rasch darüber. Sein „mental mapping“ von Osteuropa erfuhr einige wichtige Entwicklungen, als er begann, sich mit den grundsätzlichen Themen der Friedenskonferenz auseinanderzusetzen. Besonders beachtenswert war dabei die neuartige Vorstellung von Minderheitenrechten, die aus dem Gedanken hervorgingen, dass nationale Mehrheiten ihre nationale Selbstbestimmung selbst ausüben konnten. Indes schwand zusehends das anfängliche Vertrauen in das Plebiszit als Instrument der nationalen Selbstbestimmung aufgrund der wachsenden Sorge um die Frage, wie die Balance zwischen Mehrheiten und Minderheiten kalkuliert werden sollte. Die jüdischen Bevölkerungen Osteuropas spielten eine besonders wichtige Rolle in der Formulierung politischer Konzepte von Mehrheiten und Minderheiten.

Larry Wolff ist Julius Silver Professor of European History an der New York University (NYU), Executive Director des NYU Remarque Institutes und Co-Director des NYU Florence an der Villa La Pietra. Wichtigste Publikationen: The Singing Turk. Ottoman Power and Operatic Emotions on the European Stage from the Siege of Vienna to the Age of Napoleon (2016); The Idea of Galicia. History and Fantasy in Habsburg Political Culture (2010); Inventing Eastern Europe. The Map of Civilization on the Mind of the Enlightenment (1994); Postcards from the End of the World. Child Abuse in Freud’s Vienna (1988). Sein neuestes Buch: Woodrow Wilson and the Remapping of Eastern Europe (2020). Wolff ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Woodrow Wilson and the Remapping of Eastern Europe.

Simon Wiesenthal Lecture (in e n g l i s c h e r Sprache) von Larry WOLFF, Professor für europäische Geschichte an der New York University.

Online-Veranstaltung des VWI
https://us02web.zoom.us/j/88181467506

Moderation: Prof. Éva KOVÁCS, Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI).

Datum: 22.04.2021, 18:30 – 20:00 Uhr

Ort: Wien, Österreich

Url: http://www.vwi.ac.at

Rückfragen & Kontakt:

Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Dr. Jana Starek
+43-1-890 15 14-750
jana.starek@vwi.ac.at
www.vwi.ac.at



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